Mit Volldampf in den Herbst (IV/2011)

Hat sich auch der Sommer unerwartet als verregnet erwiesen, bleibt uns nur die Hoffnung auf einen schönen Herbst. Der geistliche Auftakt dazu war unsere diesjährige Jubelkonfirmation am Sonntag, dem 4. September. In den Herrnhuter Losungen wird für jeden Tag ein Bibelvers aus dem Alten Testament ausgelost, der die Menschen, die das mögen, den Tag über begleiten soll. Dazu wird ein sogenannter Lehrtext aus dem Neuen Testament ausgewählt. Dieser stammte für den 4. September aus dem Matthäusevangelium im 18. Kapitel, indem Christus u.a. spricht: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Christus braucht keine großen Massenveranstaltungen, um unter uns zu sein. Auch im Kleinen, im Alltäglichen will er bei uns, in unseren Familien mit uns sein. Doch Freude ist im Himmel auch über eine gut gefüllte Kirche, wie bei unserer Jubelkonfirmation. Einen wunderschönen Gottesdienst konnten Jubilare und Gemeinde miteinander feiern. Jubelkonfirmand Walter Reißner brachte ein kleines Orchester aus seiner jetzigen Heimat mit, das gemeinsam mit unserem Chor und Herrn Damm an der Orgel für die musikalische Gestaltung sorgte. 

Am zweiten Sonntag im September öffneten die Pforten von Turm und Kirche wie gewohnt zum Tag des offenen Denkmals. In diesem Jahr sollten dabei die Kinder im Vordergrund stehen. Ausgestellt wurden Bilder von Schülern der Langelner Grundschule, die sich ein Motiv aus dem Ort wählten, sowie Arbeiten zu einem Forschungsprojekt: Schule in früheren Zeiten. Unser Strickkreis zeigte sehr hübsche, für Kinder gefertigte Stricksachen. Zu jeder vollen und halben Stunde ließen Kinder ein kurzes Orgelstück erklingen. Wer wollte, war zur Kaffeetafel geladen und konnte sich den hausbackenen Kuchen schmecken lassen. Der Museumsleiterin Gudrun Berndt und ihren Mitstreiterinnen ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle.

Mit dem Gemeindefest geht es dann gleich am darauffolgenden Sonntag weiter. Wenn dieser Gemeindebrief erscheint, liegt es bereits hinter uns und ich hoffe allen Teilnehmenden zur Freude. Am 2. Oktober feiern wir Erntedankfest und begehen damit einen wunderbaren Höhepunkt in unserem Kirchenjahr. Wir leben in einer Zeit, in der vieles so selbstverständlich geworden ist. Echte Sorgen um Nahrung und Kleidung gibt es bei uns fast nicht mehr. Erntedank ist eine gute Gelegenheit, sich mal wieder darauf zu besinnen, wie gut es uns geht und dankbar zu sein für all das, was uns im Leben geschenkt ist.

Im November werden die Tage kürzer und dunkler und unser Kirchenjahr endet mit dem Ewigkeitssonntag. Für viele aus unserer Gemeinde ist dieses Jahr und sind die Tage darüber hinaus mit einer Zeit der Trauer verbunden, da sie einen lieben Menschen verloren haben. Im Gottesdienst am Ewigkeitssonntag wollen wir an die Verstorbenen denken und uns von der christlichen Auferstehungshoffnung leiten lassen. Mit dem Advent beginnt das neue Kirchenjahr und das Licht kommt wieder in unsere Welt. Symbolisch wird es von Woche zu Woche mehr bis zum Weihnachtsfest. Mitten auf diesem Weg dahin lädt uns der Chor mit seinen Partnern wieder ein, eine besinnliche, frohe Stunde beim Adventskonzert zu erleben.

Ich wünsche uns allen einen behüteten Weg durch die dunklen Tage und eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

Hendrik Finger 

AUF EIN WORT (IV/2011)

„Kinderlied“ von Wolfgang Borchert

Wo wohnt der liebe Gott?

Im Graben, im Graben!

Was macht er da?

Er bringt den Fischlein ’s schwimmen bei,

damit sie auch was haben.

Wo wohnt der liebe Gott?

Im Stalle, im Stalle!

Was macht er da?

Er bringt dem Kalb das Springen bei,

damit es niemals falle.

Wo wohnt der liebe Gott?

Im Fliederbusch am Rasen!

Was macht er da?

Er bringt ihm wohl das Duften bei,

für unsre Menschennasen.

Liebe Gemeindeglieder,

dieses „Kinderlied“ von Wolfgang Borchert fand ich beim Stöbern in einem Buch – völlig unerwartet. Wolfgang Borchert kenne ich – schon aus meiner Jugendzeit. Da war ich Mitte der 80er Jahre in Wernigerode im „Friedenskreis“. Dort haben wir uns mit Texten gegen den Krieg / für den Frieden beschäftigt. Oft kam da Wolfgang Borchert vor, der nach dem zweiten Weltkrieg zahlreiche Texte zu diesem Thema veröffentlichte. Schwere und gewichtige Texte waren das. Und nun begegnet mir so ein lockeres, fast fröhliches Kindergedicht von Wolfgang Borchert – so etwas hätte ich von ihm nicht erwartet. Das „Kinderlied“ hat schon auch einen ernsthaften Hintergrund: Denn es antwortet eindeutig auf die Frage: „Ist Gott unter uns?“ mit: „Ja.“Die letzte Strophe: „Wo wohnt der liebe Gott? Im Fliederbusch am Rasen! Was macht er da? Er bringt ihm wohl das Duften bei für unsere Menschennasen.“ stimmt mich auf Erntedank ein. Da duften sie, die Erntegaben, mit denen wir unsere Kirche schmücken. Zwei Seiten habe ich durch dieses „Kinderlied“ an Wolfgang Borchert entdeckt: die ernste, in der es um Krieg und Frieden, um Leben und Tod geht. Und dann die heiter gelassene Seite, die aus unserem kurzen Gedicht spricht. Die Fragen nach Leben und Tod werden in diesem Jahr auch zu Erntedank bewegen. Gott gebe uns (dennoch) die Gelassenheit und Kraft, in Anbetracht von Erntedank auf die Frage: „Ist Gott unter uns?“ mit „Ja“ zu antworten und uns an den Gaben und ihrem Duft zu freuen.

Ihr Sebastian Beutel

Sommerzeit, Sommerzeit … (III/2011)

Endlich ist es wieder so weit. Dies sang unser Chor als Zugabe beim diesjährigen Frühlingskonzert. Ein Konzert im Frühling, der wie ein Sommer war. Sommerliche Temperaturen weckten in uns eine frühe Sehnsucht nach Sommerurlaub und Sommerferien. Nun liegen die ersehnten Tage vor uns. Einige werden auf Reisen gehen, andere verbringen vielleicht ein paar freie Tage daheim. Jeder so wie er es gern hat oder sich leisten kann. Wichtig ist es, dem Alltag mit seinem Stress mal etwas Abwechslung zu verschaffen, mal durchatmen, Kraft tanken oder einfach nur mal das tun, wofür sonst keine Zeit ist. Sicher wird es nicht für jeden sofort mit dem Sommer auch Sommerferien geben. Da steht vielleicht die Ernte an, die einzubringen ist, sind noch dienstlich oder privat andere Dinge, die Vorrang haben. So muss das Aufatmen, Auftanken und Loslassen vom Alltag noch etwas warten. Egal ob auf Reisen oder daheim: Mögen wir alle behütet durch den Sommer kommen!

Behütet, oder eher „berinnt“ ist jetzt unsere gute alte Marienkirche. Nachdem es uns gelang, die Denkmalrechtliche Genehmigung zum Anbringen von Dachrinnen zu erhalten, wurde dieses Bauvorhaben umgesetzt. Dank einiger Spenden war es uns möglich, das gesamte Kirchendach mit Dachrinnen zu versehen. Einen herzlichen Dank all denen, die uns bei diesem und all unseren anderen Vorhaben unterstützen. Neben den Spenden sind es die Kollekten in Gottesdiensten und Konzerten, der jährliche Gemeindebeitrag und die Eigenanteile der Straßensammlungen, die unsere Arbeit in der Kirchengemeinde ermöglichen.

Im Namen des Gemeindekirchenrates möchte ich mich darum einmal herzlich bei allen bedanken, die jährlich ihren Gemeindebeitrag zahlen, die Kollektenkörbchen und Sammeldosen füllen. Ein ganz besonderer Dank geht an die Frauen, die mit der Sammeldose zweimal im Jahr von Haus zu Haus gehen und die Straßensammlung erst möglich machen. Überaus große Dankbarkeit empfinde ich immer wieder für die Verbundenheit vieler, die nicht mehr in Langeln wohnen, mit unserer Kirchengemeinde. Man spürt, dass sie noch immer einen Platz für unsere Gemeinde und für unsere Kirche in Ihrem Herzen haben.

Ich wünsche mir, dass dies noch lange so bleibt und uns allen Gottes Segen für die vor uns liegenden Sommerwochen mit Ernte, Urlaub, Reisen, Arbeit und Erholung.

Hendrik Finger

Danke für dieses Danke (III/2011)

Liebe Gemeindeglieder

„Danke für dieses Danke“ so lautete eine Schlagzeile in der BILD-Zeitung vor 50 Jahren. Was war geschehen? Es gab 1961 in der BRD einen Wettbewerb für neue Kirchenlieder. Gewonnen hat diesen Wettbewerb das Lied: „Danke für diesen guten Morgen“.

Es steht bei uns im Gesangbuch, einige Konfirmanden kennen es aus dem Religionsunterricht. Das Lied eroberte 1961 auch den „weltlichen“ Bereich: in der Schlagerhitparade kam es damals auf den 1. Platz. Daraufhin schrieb die BILD-Zeitung einen Artikel über das Lied unter der Überschrift: „Danke für dieses Danke“.

Das Lied erzählt, wofür wir alles danken können. Das 50-jährige „Jubiläum“ des Liedes soll uns Anlass sein, in und mit diesem Gemeindebrief „Danke“ zu sagen:

– denen, die den Gemeindebrief gestaltet und zu Ihnen gebracht haben,

– den Mitgliedern des Gemeindekirchenrats, die die Verantwortung

– für die Arbeit unserer Kirchengemeinde tragen,

– dem Chor, der sich regelmäßig Zeit für die Proben nimmt, damit wir uns an seiner Musik erfreuen können,

– Annette Reitmann für die Leitung des Chores

– Cordula Finger für den regelmäßigen Kindergottesdienst

– Ehepaar Albrecht, für die Vertretung in der Sommerzeit.

Der Platz reicht nicht aus, um alle zu erwähnen, deshalb am Schluss ein „Danke“ an alle, die nicht erwähnt sind, aber die das Leben in unserer Kirchengemeinde mit tragen!



Ihr Sebastian Beutel

AUF EIN WORT (II/2011)

Liebe Gemeindeglieder!

Es ist Halbzeit. Dabei habe ich weniger den Fußball im Blick – obwohl nach dem Länderspiel am vergangenen Samstag auch Halbzeit in der EM-Qualifikation ist: 5 von 10 Spielen hat die Nationalmannschaft hinter sich gebracht und der Zwischenstand bei „Halbzeit“ ist hoffentlich erfreulich (ich kenne das Ergebnis vom Spiel gegen Kasachstan noch nicht).

Halbzeit ist auch bei den Landtagswahlen in diesem Jahr: vier Wahlen liegen hinter uns, drei oder vier kommen noch (je nachdem, ob in NRW neu gewählt wird). Ob die bisherigen Wahlergebnisse Freude auslösen hängt davon ab, welche politische Partei jemand bevorzugt.

Sind wir mit einer Konfirmandenfreizeit länger unterwegs, dann gibt es meist nach der ersten Hälfte ein Bergfest, also einen schönen Höhepunkt, der auch verhindern soll, dass einem die längere Zeit mit anderen „auf die Nerven“ geht.

Halbzeit haben wir auch in der Passions- bzw. Fastenzeit. Gut drei Wochen sind seit Aschermittwoch vergangen und den gleichen Zeitraum haben wir noch einmal bis zum Osterfest vor uns. Und auch hier wird die Halbzeit besonders begangen. Der kommende Sonntag hat als Thema: „Freuet euch“. Das scheint ja nun gar nicht in die Passionszeit zu passen: Freuet euch. Die Freude ist – zugegebener Maßen – auch nicht unbedingt mit der Freude nach einem gewonnenen Fußballspiel zu vergleichen.

Ein Satz aus Psalm 73 gibt etwas vom Charakter dieser Freude wieder: Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den Herrn.

Der kommende Sonntag soll wohl eine wohltuende Unterbrechung sein in der Passionszeit. Sie soll schon eine Zeit sein, in der man in besonderer Weise das eigene Leben bedenkt, eine Zeit, in der man an den Leidensweg Jesu denkt; sie soll deshalb aber keine „trostlose“ Zeit von sieben Wochen werden, deshalb dieser besondere Sonntag in der Passionszeit.

So wünsche ich Ihnen, dass der kommende Sonntag eine wohltuende Unterbrechung wird – für den Alltag ebenso wie für die Passionszeit; damit wir die 2. Halbzeit getrost begehen können. 

Ihr Sebastian Beutel

Winter ade! (II/2011)

Bis tief in den März hinein blieb uns der Winter in Form von frostkalten Nächten erhalten. Die Ruhe des Winters schlägt da schon einmal um in Ungeduld. Ungeduld im sehnsüchtigen Warten auf den Frühling, auf das Wiedererwachen der Natur, auf das endlich loslegen können im Garten und auf so mancher Baustelle.

Auch an der Marienkirche soll in diesem Jahr die Sanierung weitergehen. Das Mauerwerk wird uns in diesem und in den nächsten Jahren beschäftigen. In kleinen Schritten sollen aufgehende Stellen neu verfugt werden, um das Eindringen der Feuchtigkeit zu vermindern. Mit der Sanierung bzw. dem Abbruch eines Pfeilers haben wir im letzten Jahr mit diesen Arbeiten begonnen. Wir sind, so kann man sagen, nach dem riesigen Ereignis der Glockenerneuerung zum Alltag übergegangen. Ein wichtiger Schritt bei der Mauerwerkssanierung ist das Anbringen von Dachrinnen. Die Genehmigungen haben wir dafür endlich erhalten und so sollen vor den Sommerferien die Arbeiten erledigt sein. Unser Vorhaben hängt da etwas an den Bauarbeiten in der Burgstraße, in der Wasser und Abwasser neu verlegt werden.

Im Pfarrgarten sind wir in den nächsten Wochen dabei, die Neugestaltung des Gartenzaunes zur Hauptstraße abzuschließen. Stück für Stück haben wir in den letzten Jahren schon am Zaun gearbeitet und dem Dorf zu einem schöneren Gesicht verholfen.

Doch wir wollen auch in diesem Jahr nicht nur an Kirche, Pfarrhaus und Pfarrgarten arbeiten, sondern alles mit Gemeindeleben füllen. Der Frühling bringt nicht nur neue Blüten, er bringt auch ein neues Frühlingskonzert. Am 22. Mai um 17.00 Uhr sind alle herzlich eingeladen. Ab Karfreitag feiern wir unsere Gottesdienste wieder in der Kirche und ein Gemeindefest soll es auch in diesem Jahr geben.

Die Termine unserer Veranstaltungen (Gottesdienste, Kindergottesdienst, Gemeindekreise, Unterricht, Konzerte …) sind auch auf unserer Internetseite: WWW.Kirche-Langeln.de veröffentlicht.

Ich wünsche uns einen schönen Frühling, indem Neues wächst, im Garten und in der Gemeinde.

Hendrik Finger

Ein neues Jahr ist uns geschenkt, lasst es uns gestalten! (I/2011)

Ein ereignisreiches Jahr lassen wir in unserer Kirchengemeinde hinter uns. Mit der Glockenweihe, der Fertigstellung des Glockengeläuts und dessen feierlicher Inbetriebnahme gab es so einige Höhepunkte. Dazu konnten wir wieder viele Gottesdienste feiern und hatten zwei wunderschöne Konzerte in unserer Kirche. Den Pfeiler neben dem Nordeingang der Kirche haben wir abgetragen und einen etwas kleineren an der Südseite des Kirchenschiffes saniert. Das Mauerwerk unserer Kirche wird uns wohl in den nächsten Jahren beschäftigen, doch bis zum Frühjahr soll die Kirche erst einmal ihre verdiente Winterruhe halten. Der August und September des vergangenen Jahres waren reich an Regen, was für das Mauerwerk mit seinem Gipstreiben nicht gerade von Vorteil ist. Der Gemeindekirchenrat hat darauf hin beschlossen, noch einmal mit der Denkmalbehörde in Verhandlung zu treten, um die Genehmigung zum Anbau von Dachrinnen zu erhalten. Ich hoffe dies wird uns gelingen. Vor der Kirche möchten wir im Sommer einen Schaukasten mit Informationen zum Kirchengebäude und zum Gemeindeleben aufstellen. Es stehen immer mal wieder Touristen vor der verschlossenen Tür, die so mit Informationen zur Kirche versorgt werden können oder Möglichkeiten der Besichtigung erfahren. Auf der Empore im Chor soll der Heilige Geist, sinnbildlich als Taube dargestellt, wieder zu einem Blickfang werden. Eventuell kann dies in Form eines Leinwandgemäldes passieren, hierzu sind aber noch einige Absprachen nötig. Es wird uns also nicht langweilig in diesem Jahr, wenn es auch baulich etwas ruhiger verlaufen soll als das vergangene. Auch virtuell wurde in den Novemberwochen bei uns gebaut. Es entstand die erste Internetpräsentation unserer Kirchengemeinde. Unter der Adresse: WWW.Kirche-Langeln.de kann jetzt jeder zu Hause oder in der weiten Welt erfahren, was in unserer Gemeinde so alles läuft. Die einzelnen Gemeindekreise werden kurz beschrieben und in einem Veranstaltungsplan sind sämtliche Termine zu finden. Neuigkeiten und Kontaktdaten sind ebenso enthalten wie Informationen zur Marienkirche und ihrer Geschichte. 

Neben Gemeindebrief und Schaukasten wird uns nun auch das Internet einladen zu Gottesdiensten und Konzerten, die es in diesem Jahr wieder reichlich geben soll.

Freuen wir uns gemeinsam darauf.

Was das Jahr, welches nun vor uns liegt, wirklich bringen mag, ist noch ungewiss, ich wünsche uns aber, dass es ein gesegnetes Jahr wird. Möge der Segen und der Frieden Gottes mit uns sein, in der Gemeinde und in der Familie!

Hendrik Finger

Auf ein Wort (I/2011)

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12,21) „Einen guten Rutsch“ haben mir viele in den letzten Tagen gewünscht. Einen guten Rutsch? Über die Bedeutung dieses Wunsches macht sich wohl kaum einer Gedanken – schließlich rutscht man ja nicht in das neue Jahr. Umso schöner fand ich es dann, als ich von der Herkunft der Wendung gehört habe: Im Hebräischen heißt der Neujahrstag „rosch-ha-schana“ wörtlich „Anfang des Jahres“. So wünschten sich die Juden in Deutschland auf Jiddisch „`n gute rosch“; daraus wurde dann der „gute Rutsch“. Wir wünschen uns also nichts anderes als ein gutes neues Jahr! Gute Wünsche begleiten uns so auf dem Weg von einem Jahr in das andere. Der Beginn eines neuen Jahres ist wie eine Schwelle, über die wir gehen von einem Raum in den nächsten. Wie bei den großen Schwellen des Lebens wie etwa die Einschulung oder die Hochzeit ist der Übergang in das Neue mit Unsicherheit und Fragen verbunden: Wie wird es sein im neuen Raum, was gibt mir Halt und Orientierung? Darum wünschen wir uns gegenseitig Gutes für das neue Jahr. „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ So heißt die Jahreslosung für 2011. Auch sie soll uns Orientierung geben. Das „Böse“ – so Paulus, der diesen Satz im Römerbrief schreibt – ist nicht die schlechte Tat. Er hält das „Böse“ für eine Macht, die immer wieder nach uns greift. Es fällt nicht schwer, die Macht des „Bösen“ in unserer Welt zu sehen. Die Zerstörung der Umwelt, das Leiden von Tieren und Menschen, Hass und Gewalt im Großen wie im Kleinen, Neid und Missgunst – jeder könnte hier die Liste beliebig verlängern. „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Dieser Satz möchte mir Orientierung geben, möchte mich einladen und auffordern: Wo es dir möglich ist, entziehe dich diesem „Bösen“. Paulus geht es nicht darum, die Welt zu verändern, sondern das Verhältnis zu meinen Mitmenschen gut zu gestalten und damit auch meine Beziehung zu Gott. Möge die Jahreslosung ein guter Begleiter durch die kommenden Monate für uns werden. Darum und in diesem Sinne: Guten Rutsch! Und: Gottes Segen für das neue Jahr.

Ihr Sebastian Beutel