Zeitchen vergeht (1-2020)

So hätte es wohl der bekannte Schriftsteller Erwin Strittmatter genannt, wenn er über die hinter uns gebliebenen Jahre nachgedacht hätte. Zeitchen ist vergangen! müssen wir nun feststellen und sie ist schnell vergangen, die Zeit der letzten zwanzig Jahre. Gemeint ist die Amtszeit von Sebastian Beutel, der zwanzig Jahre unsere Pfarrstelle in Wasserleben innehatte. Mit dem Jahreswechsel gibt es für ihn auch einen Stellenwechsel. Er bricht seine Zelte bei uns ab und zieht weiter nach Osterwieck. Sein neuer Pfarrbereich liegt gleich nebenan, daher fällt uns der Abschied vielleicht nicht so schwer, aber fehlen wird er uns, da bin ich mir sicher. Viel haben wir mit ihm in der gemeinsamen Zeit erlebt, manch Kind hat er getauft und konfirmiert, traute Paare und musste einige aus unserer Gemeinde auf ihrem letzten Weg begleiten. „Wir haben viel erlebt, ne Geschichte die uns ewig bleibt“, so singt es Johannes Oerding in einem seiner Lieder. Ja das haben wir und dafür sind wir auch sehr dankbar und wünschen unserem Sebastian Beutel und seiner Familie alles Gute für die neue Zeit.

In der Gemeinde sind die Gottesdienste für das erste Quartal dank Pastorin Meckel abgesichert. Neben den Gottesdiensten, die wir in Langeln feiern, gibt es gemeinsame Gottesdienste für den Pfarrbereich in Wasserleben, Heudeber und bei uns. Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wird gerade an Lösungen gebastelt und die Gemeindekreise laufen zu einem großen Teil ja auch selbständig. Wir wissen nicht, was das neue Jahr bringt, aber wir sind im Gemeindekirchenrat voller Zuversicht und voller Willen mitzugestalten und Lücken zu füllen.

Für unsere Marienkirche ist der Weg, den sie 2020 mit der Sanierung des Nordportals geht, schon genauer vorgezeichnet. Das Nordportal, welches mit seiner heutigen Tür noch immer an ihren Einbau im Jahre 1613 durch Ordenskomtur Hoyer von Lauingen erinnert, muss dringend instand gesetzt werden, denn das Mauergewände weist erhebliche Schäden auf. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen wird die Tür ausgebaut, restauriert und dann ihren Weg zurück finden. Finanzieren wollen wir dies zu einem großen Teil aus Spenden, die wir bereits seit 2018 für diesen Zweck sammeln. Die für die Maßnahme notwendigen Genehmigungen haben wir eingeholt und hoffen auf gutes Gelingen.

Der neu gewählte Gemeindekirchenrat, der am 1. Advent eingeführt wurde, hat mit der Zeit der Vakanz und der anstehenden Baumaßnahme gleich richtig zu tun, gilt es doch die jährlichen Höhepunkte auch 2020 vorzubereiten und zu gestalten. Die Wiederbesetzung einer Pfarrstelle braucht manchmal viel Geduld, denn Bewerberinnen und Bewerber stehen nicht gerade Schlange und das Besetzungsverfahren dauert ebenfalls seine Zeit. Ich wünsche mir, dass wir die nötige Geduld haben und die erforderliche Kraft, das Gemeindeschiff durch die Wellen zu schaukeln.

Möge das neue Jahr für alle die gehen, die bleiben und die kommen unter SEINEM Segen stehen!

Hendrik Finger

Auf ein Wort (1-2020)

Monatsspruch für Januar: Gott ist treu. (1. Korinther 1, 9)

Liebe Leser,

„Gott ist treu“ – ich mag solche kurzen Sätze, weil ich sie mir ohne Mühe merken kann. „Gott ist treu“ – drei Worte. Die Chancen stehen also gut, dass wir diesen Satz für eine Weile im Kopf behalten. „Gott ist treu“ – nun reicht es ja nicht allein, dass ein Satz kurz ist; er soll natürlich auch eine „Botschaft“, eine Aussage haben.

Dieser kurze Satz mit seinen drei Worten gehört in den Beginn eines Briefes. Den schreibt der Apostel Paulus an die christliche Gemeinde in Korinth. Dort hatte Paulus für eine Zeit gelebt und eine christliche Gemeinde gegründet. Irgendwann ist Paulus weiter gezogen. Der Kontakt zu den Christen in Korinth sollte aber nicht abbrechen. Deshalb schreibt Paulus ihnen Briefe. Und der erste dieser Briefe beginnt mit drei Gedanken:

1. Ich, Paulus, schreibe euch nicht in meinem Namen, ich schreibe euch „um Gottes Willen“, also in Gottes Namen.

2. Ich, Paulus, danke Gott, dass die befreiende Botschaft von Jesus Christus zu euch nach Korinth gekommen ist.

3. Gott ist treu – diese Eigenschaften Gottes stellt Paulus mit an den Briefanfang.

„Gott ist treu“ – wir sind schnell dabei, zu prüfen, ob das auch für uns gilt: ob Gott uns in unserem Leben immer treu war. Und es braucht nicht lange, bis wir feststellen: bei diesem oder jenem Ereignis in meinem Leben, da habe ich nichts von Gottes Nähe, von seinem Beistand gespürt. Es gibt Erfahrungen in meinem Leben, von denen ich denke: Lieber Gott, die hättest du mir durchaus ersparen können. Das ist menschlich gedacht, dagegen spricht auch nichts. Was Paulus aber meint, wenn er schreibt: „Gott ist treu“, das geht über mein Leben hinaus.

Diese Eigenschaft Gottes gilt eher der Menschheit insgesamt als dem einzelnen Menschen. Und sie bezieht sich nicht auf die Länge eines Menschenlebens, sondern auf die Geschichte Gottes mit der Menschheit überhaupt. Ihr Menschen seid von Gott gewollt und deshalb seid ihr auch von Gott begleitet; denn Gott ist treu – das ist die Botschaft die dahinter steht und die Paulus ganz an den Anfang seines Briefes an die Korinther stellt.

Ich erinnere mich an einen Satz von Dietrich Bonhoeffer, der das aufnimmt: Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber er steht zu allen seinen Verheißungen.

Für das Jahr 2020 wünsche ich uns, dass wir uns auf die Verheißungen Gottes verlassen können.

Ihr Sebastian Beutel

Wenn die Kirche zur Speisekammer wird (4-2019)

Wenn die Kirche zur Speisekammer wird, dann muss wohl ein besonderes Ereignis ins Haus stehen. Unser Langelner Heimatmuseum existiert seit dem Herbst 1999, also 20 Jahre. Dieser Geburtstag wurde nun am Tag des Offenen Denkmals begangen. Ein wundervolles

Fest, in deren Vorbereitung und Durchführung wir als Kirchengemeinde mit eingebunden waren. Ein Festkomitee unter der Leitung von Ortsbürgermeister Bernd Waßmus hatte alles ganz wunderbar vorbereitet. „Ein wirklich gut gelungenes Fest“, ließ sich von Langelnern und Gästen immer wieder vernehmen. Es war auch für unsere Kirchengemeinde, die sich – durch die räumlichen Gegebenheiten – mitten im Geschehen befand, eine gute Möglichkeit dem Dorfleben die Türen zu öffnen. Nur gemeinsam mit den Vereinen und Einrichtungen, wie Kindertagesstätte und Grundschule, lassen sich solche Höhepunkte schaffen, die einen wesentlichen Bestandteil dörflichen Lebens ausmachen.

So fand das Team des Heimatmuseums Unterstützung vom TSV Langeln, dem gerade zwei Tage zuvor gegründeten Heimatverein und unserer Kirchengemeinde. Die Freiwillige Feuerwehr und der Getränkeshop Uehre sorgten neben den vielen fleißigen Bäckerinnen für das leibliche Wohl. Ein wunderschönes Programm boten unsere Kleinsten aus der Kindertagesstätte zur Freude aller Anwesenden. Grundschulkinder der Erich Kästner Grundschule hatten sich im Vorfeld bereits mit der Thematik des Museums auseinandergesetzt und zeichnerisch ihre Sicht des Kirchturms umgesetzt. Es war nur recht und billig, dass die Kinder ein buntes Programm mit Hüpfburg und anderen Spielereien im Pfarrhof erwartete.

Das Langelner Blasorchester gratulierte dem Museumsteam auf seine ganz eigene Weise und dies nicht nur zu dessen Freude. Eine weitere Bereicherung waren die Ilsenburger Nennenfrauen, die schon in vergangenen Jahren den Tag des Offenen Denkmals immer mal wieder mitgestalteten. In diesem Jahr stand neben Handarbeiten wie Klöppeln und auch Spinnen das Rösten von Malzkaffe im Vordergrund und Mancher ließ sich diesen Kaffee schmecken.

Neben würdigenden Worten für die Arbeit der Museumsgründerin Gudrun Berndt, ihrer Nachfolgerin als Museumsleiterin Helga Nehrkorn und für das ganze Museumsteam hatte Bürgermeister Bernd Waßmus auch eine Prämie in der Tasche.

Am 13. Oktober wird es mit dem Erntdankfest einen weiteren Höhepunkt im Dorfleben geben, an dem wir als Kirchengemeinde beteiligt sind und bereits 14 Tage später, am 27. Oktober um 9.30 Uhr, wollen wir bei einem Familiengottesdienst und anschließenden Kirchenkaffee an den Glockenguss unserer neuen Glocke erinnern.Sie hat nämlich am 23. Oktober ihren zehnjährigen Geburtstag!

Zum Musikalischen Advent laden uns der Kirchenchor und seine Partner dann am 2. Adventssonntag um 16.00 Uhr in die Marienkirche ein, sicher wieder ein Höhepunkt in der Langelner Dorfgemeinschaft.

Ich wünsche allen einen behüteten Weg durch einen vielleicht stürmischen Herbst, eine besinnliche Zeit im Advent und später dann gesegnete Weihnachten!

Hendrik Finger

Auf ein Wort (3-2019)

Monatsspruch für Oktober – Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend – gib davon Almosen. Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben.

(Tobit 4, 8)

Liebe Gemeinde,

in Berlin sitzt er schon seit Jahren jeden Sonntag zur Gottesdienstzeit vor der Tür der Gethsemanekirche: ein geistig behinderter Mann, der jedem entgegen ruft: „Almosen! Kleine Spende!“ Manche geben ihm einen Euro oder etwas Essen. Manche sind genervt.

Wenn in der U-Bahn der Mann vorbeikommt, der die Obdachlosenzeitung verkauft, runden manche von 1,50 auf 2 Euro auf. Von türkischen oder arabischen Jugendlichen bekommt er fast immer 20 Cent. Das gehört zu ihrer Kultur.

Für uns ist „Almosen“ eher ein hässliches Wort. Im Fremdwörterbuch steht: „Umgangssprachlich: billige Abspeisung“.

Dabei ist die Grundidee nicht schlecht: Es geht nicht nur um das Geld, sondern um das Ritual des Gebens. Das Zuwenden. Das gibt auch dem Geber etwas. Wer viel spenden kann, spende viel; ob für das Freibad oder das Kirchengebäude oder was Ihnen sonst wichtig ist. Sie werden das nicht bereuen; das ist meine Erfahrung. Aber auch kleine Spenden sind erlaubt. Oder Nicht-Materielles: Vor 30 Jahren – am 7. Oktober ´89 – war ich vor der Gethsemanekirche.

Solange Michail Gorbatschow in der Stadt war, hielten die Einsatzkräfte sich zurück, und es kam auf den Straßen rings um die Kirche zu den Demonstrationen mit den Kerzen und den Sprechchören: „Keine Gewalt! Wir sind das Volk.“ Ab 22 Uhr wurde brutal geräumt, und für Viele begannen 48 schlimme Stunden mit Stehen, ohne sich bewegen oder sprechen zu dürfen, Toilettenverbot, Schlägen. Ich entging dem nur, weil ich mich in einem Hausflur versteckte und die beiden Polizisten, die ihn durchsuchten, so taten, als hätten sie mich nicht gesehen.

Deshalb liebe ich die – im übertragenen Sinn – offenen Hausflure. Die offenen, zugewandten Menschen.

Paul Beutel

Sommer zwischen den Jubiläen (3-2019)

Wenn diese Zeilen im Druck sind, dann feiern wir gerade das Jubiläum der Gründung der Langelner Deutschordens-Kommende vor 800 Jahren. Sicher ein großes Fest. Daher ist es gut, wenn nun vor uns die Sommerferien und etwas Erholung liegen. Im letzten Jahr war diese Sommerzeit gefüllt mit der Neueindeckung unseres Pfarrhausdaches. Dies ist zur Freude der Gemeinde zu einem gelungenen Werk geworden. Baulich ist in diesem Jahr etwas Ruhe, wir brauchen die Kraft für die Festlichkeiten, denn nach der Sommerpause steht das nächste Jubiläum ins Haus. Unser Langelner Heimatmuseum im Kirchturm existiert in diesem Herbst 20 Jahre. Die Öffnung von Turm und Kirche am Tag des Offenen Denkmals ist seit Jahren zu einer guten Tradition geworden. In diesem Jahr wollen wir dabei auch ein wenig den 20. Geburtstag feiern. Also den Sonntag, 8. September, schon einmal vormerken, genaueres ist dann über Aushänge und die Presse zu erfahren. Zwei Wochen später feiern dann die Jubelkonfirmandinnen und Jubelkonfirmanden ihre diesjährige Jubelkonfirmation in unserer Kirche und im „Schwarzen Ross“. Walburg Meyer hat dankenswerter Weise wieder die Koordination von Seiten der Kirchengemeinde übernommen.

Zwischen den Feierlichkeiten laufen die Gottesdienste und anderen Veranstaltungen wie gewohnt weiter. Pfarrer Albrecht und seine Frau werden aber nicht wieder zur Urlaubsvertretung anreisen. Das ist ihnen im Alter nun doch zu beschwerlich. Dankbar schauen wir auf viele gemeinsame Sommer zurück.

Hat auch das Bauen in diesem Jahr etwas Pause, so beginnen doch gerade die Planungen für das nächste Jahr. Der Nordeingang in unserer Kirche, de „Haupteingang“ muss instandgesetzt werden, damit er auch zukünftig seine Funktion erfüllen kann. In diesem Zuge soll dann auch die Kirchentür, die Hoyer von Lauingen im Jahr 1613 dort einbauen ließ, restauriert werden. Über der Kirchentür gab es damals, so überliefert es Eduard Jacobs, folgende Inschrift: „Anno 1613 hat her Hoier von Lawingen, comentor zu Lengelem, dies kirchthuer bawen lassen.“

Nun aber wünsche ich uns erst mal einen schönen Sommer mit genügend Freiraum zur Erholung, den Kindern tolle Ferien und allen Reisenden, dass sie behütet ans Ziel und wieder heim kommen.

Hendrik Finger

Auf ein Wort (3-2019)

Liebe Leser,

Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder. (Sprüche 16,24)

Wenn ich zum Frühstück wählen kann zwischen einem Honigbrötchen und einer Käsestulle, dann freue ich mich auf das süße Brötchen. Auch tagsüber brauche ich immer mal wieder was Süßes. Einen Energieschub. Und bei allem, was an Zucker schlecht ist, hat doch der Honig etwas Gutes. Der weise König Salomo vergleicht die Wirkung von Honig mit guten Worten: „Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.“ Salomo beobachtet: Gute Worte können wie guter Fruchtzucker sein. Sie werden vom Körper aufgenommen und spenden Energie. Damals stellte man sich das so vor: Die Empfindungen der Menschen sitzen in den Gliedern. In Redewendungen begegnet uns das heute noch: „Da habe ich mich bis auf die Knochen blamiert“, sagen wir beispielsweise. Was „bis auf die Knochen geht“, berührt mich im Innersten. Wo ich mich schäme. Wo ich versagt habe. Wo ich verletzt wurde. All das steckt mir in den Gliedern. Die Naturheilkunde schreibt dem Honig heilende Fähigkeiten zu. Honig wirkt entzündungshemmend. Und die Süße – in Maßen – gibt Energie. Was für den Körper der Honig ist, ist für unsere Seele das ermunternde Wort. Wir brauchen die Erfahrung, dass jemand für uns da ist, mit uns redet, uns zuhört. Freundliche Worte richten uns auf. Verletzungen können heilen. Wir können uns gestärkt auf den Weg machen. Wie gut tut das, wenn jemand wohlwollend mit uns redet. Was für eine Kraft steckt in ermutigenden Worten. Die Süße guter Worte habe ich immer wieder erfahren. Gott sei Dank. Ich nehme mir vor, sie weiter zu geben. Dazu überlege ich mir, wem ich heute begegne. Und wie ich ihr oder ihm etwas Gutes sagen kann. Ehrlich soll das sein. Nicht schleimig. Wertschätzend und aufbauend. Wer weiß, vielleicht gibt das diesen Menschen neue Energie. Honig für die Seele. Der weise Salomo ist sich sicher: Genauso funktioniert das. Denn „freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.“

Ihr Sebastian Beutel

Rückblick auf den Weltgebetstag (2-2019)

In fröhlicher Runde feierten wir am ersten Freitag im März den Weltgebetstag, der uns in diesem Jahr besonders mit den Frauen in Slowenien verband. Ein Team von acht Frauen aus Langeln hatte sich intensiv mit der Organisation dieses Nachmittags im Pfarrhaus beschäftigt. Da wurden die Lieder und Texte der Gottesdienstordnung eingeübt und Rezepte für slowenische Gebäcke verteilt, die Gestaltung des Gemeinderaums überlegt…

Das Thema dieses Tages: Kommt, alles ist bereit! ging aus der biblischen Geschichte vom großen Abendmahl (Lukas 14) hervor. So lag es nahe, dass wir auch in unsere Frauenkreisrunde ein paar Gäste einluden. Und dann war es soweit: der Tisch festlich geschmückt mit roten Nelken, der Nationalblume Sloweniens, mit Honig und Trauben, die für den guten Wein und die vielen Bienenprodukte im Land stehen, dazu das Nationalgebäck – Potica, ein Hefegebäck mit Walnussfüllung – und zwei andere Kuchen nach slowenischen Rezepten. So fanden alle 19 Frauen einen Platz am Tisch – und es war immer noch Platz.

Zunächst machten wir uns mit Land und Leuten bekannt. Unser Hauptgast war Zdenka Kaufmann aus Ilsenburg. Als gebürtige Slowenin konnte sie uns natürlich am besten und sehr lebendig von ihrem Land erzählen. Bilder unterstützten ihre Worte. Dann gab es Kaffee und die leckeren slowenischen Kuchen. Und schließlich feierten wir den Gottesdienst nach der Ordnung, die uns die Frauen in Slowenien vorbereitet hatten. Ein kleines Agape-Mahl mit Brot und Trauben verdeutlichte noch einmal in besonderer Weise, dass wir alle eingeladen sind an Gottes Tisch. Diese Einladung sollten wir getrost annehmen.

Ich danke allen, die sich mit so viel Fleiß, Mühe und Freude an der Vorbereitung und am Gelingen dieses Tages beteiligt haben. Auch im kommenden Jahr wird wieder am ersten Freitag im März der Weltgebetstag rund um den Globus gefeiert. Dazu wird die Gottesdienstordnung von Frauen aus Simbabwe vorbereitet. Wer Interesse hat, im Vorbereitungsteam mitzumachen, kann sich gern bei mir melden. Wir freuen uns über jede!

Cordula Finger

Auf ein Wort (2-2019)

Monatsspruch für April – Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende

(Matthäus 28, 20)

Dieser Satz ist der letzte Satz des Matthäusevangeliums „Matthäi am letzten“. Jeder und jedem von uns ist dieser Satz zugesprochen worden. Bei der Taufe wird er immer gesagt. Ich habe diesen Satz so oft gehört, dass ich automatisch nicke – und ihn schnell wieder vergesse. Wie komme ich dahin, dass er mich trägt? Ich versuche, ihn durch Fragen für mich lebendig werden zu lassen. „Jesus Christus spricht:“ Wie wäre es, wenn das jemand anders sagt? Wenn zum Beispiel meine Misserfolge sagen würden: „Wir sind bei dir bis ans Ende der Welt“? Oder meine Krankheiten oder meine schlechten Erfahrungen? Jesus sagt das – das Gegengewicht zu meinen Misserfolgen, Krankheiten und schlechten Erfahrungen. „Siehe“ Wie wäre es, wenn jemand in einem Alltagsgespräch „Siehe“ sagen würde? Ich spüre eine leichte Gänsehaut. „Ich bin bei dir“ Wo war Gott, als…….? Ich weiß es nicht. Eines Tages werde ich wissen. „Bis an der Welt Ende“ Wann wird das sein? Wird es ein schlimmes Ende oder ein von Gott bestimmtes? Vielleicht gehe ich noch einen Schritt weiter und probiere etwas aus. Reduziere meine Gewohnheiten, um Gott zu spüren. Die Fastenzeit ist eine Möglichkeit dazu. Die Hälfte davon ist vorbei. 20 Tage bleiben noch – der 1. bis 20. April. Manche fasten die ganzen 47 Tage der Fastenzeit. Dann sind die Sonntage ausgenommen. Manche fangen eine Woche später an und fasten 40 Tage. Manche fangen für 20 Tage etwas an und überlegen: Was will ich in den restlichen 20 Tagen anders machen? Manche fasten die 7 Tage der Karwoche. Bei Jugendlichen – auch bei nichtchristlichen – ist Fasten teilweise wieder „in“. In Berlin habe ich es erlebt. Die kommen von selbst auf Ideen wie: 3 Tage auf´s Handy verzichten oder einen Samstag ohne Uhr verbringen oder 3 Tage kein Geld bei sich haben oder Fernseh-Fasten (was die Kommunikation mit den Eltern stark einschränkt). Also – wie wäre es mit: Mich 20 Tage für nichts rechtfertigen oder 7 Tage nicht schlecht über andere reden oder mich nicht ärgern über Dinge, die nicht zu ändern sind (und eine andere Sache ändern) oder ein Lied singen/ein Gebet sprechen, wenn meine Gedanken sich im Kreis drehen oder mich mehr bewegen auf die Weise, die mir möglich ist oder mit jemandem etwas klären, das zu klären ist oder …… oder ……?

Ich wünsche Ihnen eine gute Passions-Oster-Frühlingszeit.

Paul Beutel