An(ge)dacht 3-2026

Endlich Juli! Endlich Sommer! Endlich Urlaub!

Für viele beginnt nun die schönste Zeit des Jahres. Wir dürfen eine Pause vom Alltag machen, die Sonne genießen. Im Freibad oder bei einer Wanderung an einem kühlen Bach die Füße ins Wasser strecken und merken, wie es den Staub des Alltags abwäscht und neue Kraft gibt. In diese Urlaubsstimmung hinein spricht der Monatsspruch für Juli vom Propheten Amos: Recht und Gerechtigkeit sollen fließen wie Wasser, unaufhaltsam und lebendig wie ein nie versiegender Bach. Was für ein kraftvolles Bild! Dabei war Amos kein Mann für sanfte Sommererinnerungen. Er lebte in einer Zeit, in der es der Wirtschaft zwar blendend ging, die Schere zwischen Arm und Reich aber immer weiter auseinanderging. Und da erhob er seine Stimme: Er prangerte an, dass die Armen und Schwachen übersehen wurden, während die Mächtigen rücksichtslos feierten. Darum rief er den Menschen zu: Gott will, dass Gerechtigkeit lebendig wird – spürbar und erfrischend für alle, wie kühles Nass an einem heißen Julitag. Dieser Ruf begleitet uns durch diesen Sommer, der für unser Bundesland ein ganz besonderer ist. Während wir die Urlaubszeit genießen, wirft die Landtagswahl im September ihren Schatten voraus, bereits erkennbar an den bunten Plakaten am Straßenrand und an der Verschärfung der politischen Diskussionen. Wie passen die Leichtigkeit des Sommers und die scharfe Kritik des Amos mit der bei uns anstehenden Wahl zusammen? Zum Einen dürfen wir in der Urlaubszeit aufatmen, die Seele baumeln lassen. Dabei dürfen wir innehalten und darüber nachdenken, wie wir das Zusammenleben in unserem Land gestalten wollen, wie wir die Demokratie bewahren und stärken können. Betrachten wir einen Bach, so fällt auf, dass er an vielen Grundstücken vorbei fließt – er ist für alle da. So fragt auch christliche Gerechtigkeit vor der Wahlurne nicht nur: „Was nützt mir persönlich?“, sondern: „Was sorgt dafür, dass das Leben für alle Menschen in unserem Land lebenswert bleibt?“ Außerdem trocknet ein Bach auch in der größten Hitze nicht so schnell aus – er hat einen langen Atem und einen langen Weg. So ist auch der Einsatz für das Recht kein kurzes Wahlkampf-Spektakel, sondern eine bleibende Aufgabe, die uns täglich fordert. Wenn wir in den kommenden Wochen die Erfrischung des Wassers spüren, dürfen wir uns daran erinnern, dass das Leben im Fluss ist und allen zusteht. Nehmen wir die Leichtigkeit und die Kraft dieser Sommertage mit in den Herbst. Gehen wir erholt, aufmerksam und voller Hoffnung auf die kommenden Entscheidungen zu – bereit, den Strom der Gerechtigkeit in unserem Land mitzugestalten. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete, erholsame und behütete Sommerzeit!

Ihre Pfarrerin Roseli Arendt

Sommersaison ist gestartet

Mit der Musikalischen Kirchenkneipe – ein Gottesdienst für Leib und Seele sind wir am 24. Juni in unsere Sommersaison gestartet. Im Juli wird die Reihe: „Ein Gottesdienst für Leib und Seele“ mit unserem Kirchenkino an drei Montagen in Folge (6., 13. und 20.) und unserer nächsten Musikalischen Kirchenkneipe am 28. August fortgesetzt.

Saison der Marienkirche beginnt

Nach einer ersten erfolgreichen Reinigung – vielen Dank den Mitwirkenden – öffnen sich wieder die Türen unserer Marienkirche. Wir starten mit einer Trauung am Samstag dem 28. März und sind dann ab Karfreitag wie in jedem Jahr mit den Gottesdiensten wieder in unserer schönen Marienkirche.

An(ge)dacht 2-2026

Liebe Leserinnen und Leser!

Die Bibel erzählt, dass sich Jesus nach seiner Auferstehung seinen Freunden gezeigt hatte. Einer von ihnen, Thomas, war beim ersten Mal nicht dabei, sondern hatte nur davor gehört. Als er dann endlich selbst vor Jesus stand, da reichte ihm nicht, ihn nur zu sehen, sondern er wollte ihn auch berühren. Damit er glauben konnte, dass es wirklich Jesus war. Manchmal denke ich: Dieser Thomas gefällt mir. Er ist keiner, der einfach alles glaubt, was andere erzählen. Die anderen Jünger sagen: „Wir haben den Herrn gesehen!“ Thomas aber antwortet ehrlich: Erst wenn ich es selbst erfahre, kann ich es glauben. Wir kennen diese Haltung. Viele Menschen sagen: „Ich weiß nicht so recht, ob ich glauben kann.“ Oder: „Ich habe lange nichts mehr mit Kirche zu tun gehabt.“ Dahinter steckt selten Ablehnung, sondern oft ist es eher eine leise Frage: Hat das wirklich etwas mit meinem Leben zu tun? Jesus weist Thomas in seiner Suche nach etwas Greifbarem nicht zurück. Ganz im Gegenteil: Er kommt ihm entgegen und zeigt ihm seine Wunden – die Spuren dessen, was er durchlitten hat. Plötzlich wird der Glaube für Thomas ganz konkret. Das berührt mich an dieser Geschichte. Erstens: Jeder Mensch glaubt anders, hat andere Bedürfnisse. Zweitens: Jeder Mensch kann zu Jesus kommen und wird nicht abgewiesen. Drittens: Glaube wächst mitten im Leben – mit seinen Erfahrungen, seinen Fragen und auch seinen Wunden. Vielleicht geschieht das auch bei uns, oft ganz unscheinbar. Wenn wir im Gottesdienst zusammenkommen und ein Lied singen, das uns trägt. Wenn beim Gespräch vor der Kirche jemand fragt, wie es dem anderen geht. Wenn Menschen füreinander da sind, füreinander beten und Anteil nehmen, wenn Krankheit oder Sorgen ins Leben treten. Und wenn sie sich miteinander freuen und feiern, wenn es wieder mal einen schönen Höhepunkt gibt. Gerade hier kann Glaube sehr konkret werden: im Miteinander, im Zuhören, in der Sorge füreinander und in der Freude miteinander. Jesus sagt: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Für mich ist das kein Druck, einfach glauben zu müssen, sondern eher eine Einladung zum Vertrauen – auch dann, wenn nicht alles klar und sicht-bar ist. Vielleicht braucht es dafür genau das, was die Kirchengemeinde sein kann: einen Ort, an dem man kommen darf, wie man ist. Mit Glauben – oder mit Zweifeln.

Ich würde mich freuen, wenn wir uns bei der einen oder anderen Gelegenheit begegnen – im Gottesdienst, bei einer Veranstaltung oder einfach im Gespräch.

Ihre Pfarrerin Roseli Arendt

Neuer Gemeindebrief

Mittlerweile ist er längst verteilt der neue Gemeindebrief. Die Kirchengemeinde Langeln hat sich der Gemeinschaftsausgabe von Wasserleben und Heudeber angeschlossen. Auf einem Einlegeblatt gibt es noch ein paar ortsspezifische Informationen. Der Gemeindekirchenrat wird dem neuen Format noch einen „Jahresbrief“ für die Kirchengemeinde Langeln an die Seite stellen, der im ersten Quartal des Jahres erscheint.

An(ge)dacht und eingeladen 1-2026

Liebe Leserinnen und Leser!

Ein neues Jahr liegt vor uns und mit ihm ganz viel Motivation, Neues auszuprobieren und gute Vorsätze zu befolgen. Wenn wir ehrlich sind, dann wissen wir, wie mühsam es ist, das zu realisieren. In der Jahreslosung gibt uns Gott eine Zusage, die größer und tiefer ist als jeder unserer guten Vorsätze: „Siehe, ich mache alles neu!“ Dieses „Neu“ ist kein billiges Versprechen, kein Schönreden, kein Übermalen von Brüchen. Es ist Gottes eigenes Werk – manchmal leise, manchmal überraschend, manchmal gegen alle Hoffnung. Die Losung erzählt von einem Gott, der mitten unter den Menschen wohnen möchte. Ein Gott, der Tränen abwischt, Leid mindert, Wege ebnet und Zukunft schafft. Es geht um die Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde, in der es keinen Tod mehr geben wird, kein Leid, kein Geschrei, keinen Schmerz. Gott selbst wischt alle Tränen ab. Das ist die große Hoffnung, die uns durch alle Mühen des Lebens trägt: Das Alte, das Gebrochene, das Unheilvolle wird vergehen, weil Gott etwas vollkommen Neues schafft. Es ist die Vision einer neuen Schöpfung, in der Gottes Nähe alle Dinge verwandelt. Bei unseren eigenen guten Vorsätzen geht es oft um die Sehnsucht nach Veränderung, nach Versöhnung, nach einem neuen Miteinander, nach Mut, nach tieferem Vertrauen. Die Losung lädt uns ein, dieses Jahr bewusst als Zeit der Erneuerung zu gestalten: geistlich, persönlich, gemeinschaftlich. Viel-leicht wird gerade dort etwas neu, wo wir es nicht erwartet hätten – in einer Beziehung, in einem Projekt, in uns selbst. Was könnte in diesem Jahr neu werden? Welche Wege tun sich auf? Welche alten Muster dürfen wir loslassen? Darüber lässt es sich gut in Gemeinschaft nachdenken. Als Kirchengemeinde sind wir dazu berufen, das Neue, das Gott in unser Leben bringen möchte, schon anfangen zu leben. Neues gibt es auch im Leben unserer Gemeinden! Zum Beispiel gilt dieser Gemeindebrief jetzt gemeinsam für die drei Orte des Pfarrbereiches mit Heudeber, Langeln und Wasserleben. Außer den bunten Farben finden Sie Impulse, Ermutigungen und Einblicke in das, was bei uns wächst und aufbricht. Die im letzten Herbst neu gewählten Gemeindekirchenräte haben sich inzwischen konstituiert und ihre Aktivitäten aufgenommen. Hier und da sind schon neue Ideen für das Gemeindeleben entstanden, wie das „Gemeinsam Singen zu Gottes Ehre“ in Heudeber und das „Bibel zum Frühstück“ in Wasserleben. Und natürlich gibt es viel „Altbewährtes“ in neuer Auflage, zum Beispiel die Brunchgottesdienste und der Weltgebetstag. Und nicht zu vergessen: unsere sonntäglichen liturgischen, also „ganz normalen“ Gottesdienste. Es gibt viele Orte und Zeiten, an denen Freude und Gemeinschaft im Gebet, Gesang, Glauben, Wissen und Genießen möglich sind. Ich hoffe, Sie sind neugierig geworden und schauen mal vorbei. Termine sowie weitere Informationen dazu gibt es auf den nächsten Seiten.

Ihre Pfarrerin Roseli Arendt