Gemeindebrief

Unter einem neuen Dach (IV-2018)

Unser diesjähriges Gemeindefest, welches wir zum zweiten Mal am Tag des offenen Denkmals feierten, stand unter dem Motto: Dach und was die Gemeinde darunter erleben kann. Dankbar konnten wir auf die Neueindeckung des Pfarrhausdaches in den Sommerferien zurückschauen und in der Andacht zu Wort bringen. Passend war auch das Thema kirchliche Familienfeiern im Heimatmuseum, denn auch diese beginnen fast immer unter einem gemeindlichen Dach. An der Kaffeetafel im Pfarrhof konnte jeder Besucher auf das in der Sonne leuchtende neue Pfarrhausdach schauen und sich daran erfreuen. Bei den Angeboten für unsere Kinder war es möglich, sich ein Haus aus Holzresten von der Dacheindeckung zusammenzunageln. Walter Schmidt hatte dazu kleine Bausätze vorbereitet. Dieses Angebot wurde neben anderen von den Kindern mit Freude angenommen und sie bauten sich darüber hinaus auch gleich noch eine Laubhütte. Wir sind sehr dankbar, dass dieses Vorhaben mit Gottes und vieler Hände Hilfe gelang. Durch die finanzielle Unterstützung aus Mitteln unseres Kirchenkreises und mittels Kreditaufnahme ist dieser so wichtige Schritt gelungen. In unsere Kirche lässt sich ein Gemeinderaum, wie es in einigen anderen Kirchen geschehen ist, nicht einbauen. Für unser Gemeindeleben brauchen wir aber die Räumlichkeiten im Pfarrhaus. Mit dem in den letzten Jahren umgestalteten Pfarrhof, der wieder instand gesetzten Kirche und dem Pfarrhaus, welches ebenfalls Stück für Stück saniert wird, sind wir auf einem guten Weg. Nun gilt es auch in Zukunft alles mit Leben zu füllen. Beim Gemeindefest ist es wunderbar gelungen - ein Dank allen Beteiligten am Fest und Denkmaltag. Auch im letzten Quartal dieses Jahres erwarten uns einige Höhepunkte. So feiern wir in diesem Jahr zum vierten Mal unser Erntedankfest beim Langelner Erntefest am zweiten Sonntag im Oktober. Gemeinsam mit dem Blasorchester, dem Geflügelverein, dem Verein für historische Landtechnik und unserem Gottesdienst soll es wieder ein tolles Erntefest geben. Mit unserer Adventsmusik am 2. Adventssonntag wollen wir zu einer besinnlichen Stunde in unsere Kirche einladen und uns auf die Weihnachtszeit einstimmen. Die Christvesper mit Krippenspiel an Heiligabend ist dann der letzte Höhepunkt in diesem Jahr in unserer Kirche, die sich danach in den Winterschlaf verabschiedet und alles Weitere dem Gemeinderaum überlässt. Ich blicke dankbar auf die Sommerferien mit der Neueindeckung unseres Pfarrhausdaches und unser Gemeindefest im September zurück, wünsche uns ein schönes Erntedankfest im Oktober und dass wir gut durch den dunklen November kommen. Allen eine besinnliche Zeit des Advents und gesegnete Weihnachten!
Hendrik Finger

Auf ein Wort (IV-2018)

Monatsspruch Oktober: "Herr, all mein Sehnen liegt vor dir, mein Seufzen ist dir nicht verborgen." Psalm 38, 10
Liebe Sehnende, wann haben Sie zum letzten Mal geseufzt? War jemand dabei, oder waren Sie allein? Wie klingt ein Seufzen? Wenn Sie jetzt allein sind: seufzen Sie doch mal. Beim Seufzen geht der Ton von oben nach unten. Von irgendwo in Kopfhöhe hinunter zum Boden. Am Boden war auch König David, als er den Psalm komponierte und betete, in dem unser Monatsspruch steht. Es gibt Tage, die uns zu Boden drücken. Wenn wir einen Fehler gemacht haben. Wenn wir merken, was wir nicht (mehr) können. Es gibt Tage, die uns über den Kopf wachsen. Wenn wir es nicht schaffen. Wenn alles zu viel wird. Seufz. Im 8. Kapitel des Römerbriefes lesen wir: auch die Schöpfung seufzt. Worüber? Über die letzten Monate der Trockenheit? Über uns - als wolle sie sagen: "Mensch, komm doch endlich auf den Boden" ? Die Schöpfung(sgeschichte) in der Bibel sagt uns zwei Wahrheiten, die sich auf den ersten Blick zu widersprechen scheinen: a) Wir Menschen sind als Ebenbilder Gottes geschaffen. b) Wir Menschen sind aus Staub geschaffen. Lassen Sie uns mit einem Seufzen diese beiden Wahrheiten aus Kopfhöhe auf den Boden neben uns legen, und zwar an die richtige Stelle: Zu den Tagen, die uns zu Boden drücken, gehört die Wahrheit, dass wir Gottes Ebenbilder sind. Wir sind unendlich viel wert. Wir können alles, wenn wir im Einklang mit Gott / mit dem Leben sind. Zu den Tagen, die uns über den Kopf wachsen, gehört die Wahrheit, dass wir Staub sind. Wir sind nicht Gott, sondern sehr begrenzt. Scheitern gehört zu unserem Staub-Leben. Davon geht die Schöpfung nicht unter. Wir können diesen Monatsspruch beten. Und wir können uns mit der Schöpfung vertragen - nicht aus schlechtem Gewissen heraus, sondern aus Freude und Dankbarkeit heraus. Dafür ist das Erntedankfest eine gute Gelegenheit. Also: Herzlich willkommen am 14. Oktober in der Fichte!
Ihr Sebastian Beutel

Unter einem Dach leben ... (III-2018)

Unter unserem Pfarrhausdach leben nicht nur Mieter der Wohnungen, da leben auch unsere Gemeindegruppen: Kirchenchor, Frauen- und Männerkreis, der Strickkreis und die Unterrichtsgruppen. Unter diesem Dach treffen wir uns in der kalten Jahreszeit zum Gottesdienst und die Kinder ganzjährig zum Kindergottesdienst. Das Wort Dach bedeutet Bedeckung, das Oberste, das Schützende, ursprünglich das Bedeckende. Dächer haben verschiedene Formen, sind aus den verschiedensten Materialien und bedecken die unterschiedlichsten Gebäude. Gemeinsam haben aber unsere Dächer, dass sie Mensch und Tier sowie zum Leben notwendigen Dingen und den einzelnen Gebäuden selbst Schutz bieten. Unser schützendes Pfarrhausdach, die notwendige Bedeckung vielen gemeindlichen Lebens, wird in diesem Sommer endlich erneuert. Erneuert um uns und zukünftigen Generationen das zu bieten, was Dächer sollen. Unter einem neuen Dach wollen wir als Gemeinde weiterleben und beides möge lange halten, die Gemeinde und ihr Dach. Auch in der Bibel begegnet uns an einigen Stellen das Dach, aber anders als wir es gewohnt sind, spielt sich da vieles an menschlichem Leben auf und nicht unter dem Dach ab. In vielen Ländern und Gegenden, in denen sich die Heilsgeschichte abspielte, ist das auch heute noch so. Darum finden wir in der Bibel wichtige Tipps für die Gestaltung eines Daches, wie im 5. Buch Mose, Kapitel 22 Vers 8: "Wenn du ein neues Haus baust, so mache ein Geländer ringsum auf deinem Dache, damit du nicht Blutschuld auf dein Haus ladest, wenn jemand herabfällt." Sind uns nicht all die biblischen Gesetze im Kopfe, auch wenn wir unterm Dach ganz richtig sind, so pfeifen doch die Spatzen von den Dächern, dass Tibet das Dach der Welt sei. Kein Dach über dem Kopf zu haben, ist was wir uns nicht wünschen und bitte möge uns auch niemand aufs Dach steigen. Nur wenn wir den rechten Weg gehen, bekommen wir keins aufs Dach. Lasst uns zufrieden sein in der Welt des Wohlstands, denn der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach. Jetzt aber ist erst einmal Sommer und es gilt die Ernte unter Dach und Fach zu bringen. Ist dies alles bedacht und geschafft, wollen wir feiern und uns hoffentlich an einem neuen Pfarrhausdach erfreuen. Beim Gemeindefest am 9. September soll unser neues Dach und was man darunter alles machen kann, im Mittelpunkt stehen. Wir feiern das Fest in diesem Jahr wieder in Kombination mit dem Tag des offenen Denkmals. Beginn ist um 14.00 Uhr in der Kirche, übrigens mit einer Andacht.
Ich wünsche, dass unser Vorhaben gelingt und uns allen einen Sommer mit erholsamen Urlaubs- und Ferientagen. Dabei wenn nötig, ein Dach über dem Kopf, immer behütet und unter SEINEM Segen! Hendrik Finger

Auf ein Wort (III-2018)

Liebe Leser,
"Missverständnisse"
Geh aus, mein Herz, und suche Freud, so beginnt eines der bekanntesten Sommerlieder aus unserem Evangelischen Gesangbuch. Das Lied stammt von Paul Gerhardt, der u.a Pfarrer in Berlin war. Geh aus, mein Herz ...., - das geht doch gar nicht! - so mag der mitdenkende Zeitgenosse da sagen: Wie sollte ein Herz denn "ausgehen"? Wer so denkt, hat natürlich recht. Letztlich beruht das aber nur auf einem Missverständnis: Denn Paul Gerhardt redet nicht sich und sein Herz an. "Mein Herz" - das war der Kosename für seine Frau Anna Maria. Er hat diesen Text also nicht für ein Lieder- oder Gesangbuch geschrieben, sondern es war zunächst ein Gedicht für seine Frau. Die hatte - so wird berichtet - kurze Zeit zuvor eine Fehlgeburt erlitten. Und Paul Gerhardt versucht, sie mit seinen Möglichkeiten nun wieder zu ermutigen, sich dem Leben zuzuwenden: Geh aus, mein Herz, und suche Freud' in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. Und in den nachfolgenden Versen schildert Paul Gerhardt, was er in der Natur entdeckt. Für mich ist dieses Lied eine wunderbare Einladung, die Natur mit wachen Sinnen wahrzunehmen - und das nicht nur nach Schicksalsschlägen wie dem, den Paul Gerhardts Frau erlitten hat. Es ist eine Einladung am Beginn der Sommerzeit: eine Einladung für die, die sich auf Reisen machen und Neues entdecken werden in der Ferien- und Urlaubszeit. Eine Einladung aber auch für die, die zu Hause bleiben, denn auch bei uns ist die Schönheit der Natur und des Sommers zu entdecken. Und vielleicht können Sie und ich dann auch in das Lob einstimmen, das Paul Gerhardt in seinem Gedicht so formuliert hat: Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen ....
Übrigens: in den nächsten Gottesdiensten werden wir des Öfteren von diesem wunderbaren Lied singen.
 Ihr Sebastian Beutel

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