Gemeindebrief

Vom Spätsommer in den „heißen“ Herbst (IV-2013)

Mitten im Spätsommer fiel der Startschuss für einen aufregenden Herbst in unserer Kirchengemeinde. Besagter Tag ist der 8. September, ein Sonntag der es in sich hatte. Um 14.00 Uhr feierten wir in einem Festgottesdienst die diesjährige Jubelkonfirmation und anschließend waren Turm und Kirche zum Denkmaltag geöffnet. Gudrun Berndt und ihre fleißigen Helferinnen hatten für diesen Tag alles gut vorbereitet. Im Heimatmuseum war es möglich, den Ilsenburger Trachtenfrauen beim Kaffeerösten, Spinnen sowie bei anderer Handarbeit zuzusehen und frisch gebrühten Malzkaffee zu verkosten. In der Kirche gab es dann auch Bohnenkaffee und Kuchen für das leibliche Wohl vieler Museumsbesucher. Für den diesjährigen Denkmaltag hatte Gudrun Berndt Schautafeln zum Umfeld und zur Geschichte der Kirche gestaltet, die im Kirchenschiff ausgestellt waren und großes Interesse fanden. In gemütlicher Abschlussrunde wurde dafür plädiert, sie längerfristig in der Kirche zu zeigen. Was für ein Start in den Herbst, der noch einige Höhepunkte und Baumaßnahmen bringen wird. Unter der Orgelempore wird Fußboden eingebracht und eine Freifläche geschaffen, die für Veranstaltungen eine flexible Gestaltung ermöglicht. Die Rundbogenpforte zum Pfarrgarten neben dem Nordportal der Kirche schmückt sich nun mit einer Tür, einer Tür die einladend ist, nicht abgrenzend. An der B 244 müssen im Pfarrgarten die Bäume von Totholz befreit und eingekürzt werden, bei der Länge des Gartens auch eine gewaltige Aufgabe. Neben der Arbeit soll der Herbst aber auch festlich weiter verlaufen. Am 6. Oktober feiern wir um 14.00 Uhr, in einer hoffentlich reich mit Erntegaben geschmückten Kirche, Erntedankfest, dem sich die Wahl des neuen Gemeindekirchenrates anschließt. Sicher werden viele die Möglichkeit der Briefwahl nutzen, die bei dieser Wahl erstmals allen wahlberechtigten Gemeindegliedern zugestellt wurde. Dies ist ein Service der Landeskirche; der Kirchengemeinde entstehen dadurch keine Kosten. In sein Amt wird der neu gewählte Gemeindekirchenrat am Reformationstag, dem 31. Oktober, um 17.00 Uhr in einem Gottesdienst eingeführt. Wir wünschen uns da eine große Gottesdienstgemeinde, die Ihrem Gemeindekirchenrat im Gebet den Rücken stärkt für das Gemeindeleben und alle Aufgaben, die vor unserer Gemeinde liegen. Seinen letzten Höhepunkt hat dieser Herbst mit dem Adventskonzert, zu welchem uns unser Chor mit seinen Partnern am 2. Advent einlädt. Wir können uns auf eine besinnliche Stunde mitten im Advent, in der Zeit auf Weihnachten hin, freuen. Das Licht tritt in die dunkle Jahreszeit und wird stets heller bis zum Leuchten am Heiligen Abend. Ich wünsche uns, dass wir gut durch die dunkle Jahreszeit mit ihren kurzen Tagen, besinnlich und behütet zum Christkind finden!

Hendrik Finger

Auf ein Wort (IV-2013)

Liebe Gemeindeglieder!



"Wozu ist die Taufe eigentlich gut?"

Fortsetzung der kleinen Reihe über die Taufe 

"Ich bin zwar nicht getauft, aber geimpft.", so soll es einmal in einem Schulaufsatz in einer Grundschule zu lesen gewesen sein. Da stellt sich die Frage: wovor schützt die Taufe? Ist die Taufe so etwas wie eine Schutzimpfung? Darauf mehrere Antwortversuche: Nein, die Taufe ist keine "Schutzimpfung". Sie schützt nicht vor Tetanus und Diphtherie, sie bietet auch sonst nicht unbedingt einen Schutz gegen all das, was einem Menschen so im Leben zustoßen kann. Auch Getaufte werden krank, erleben Not und Leid, werden nicht vor allem bewahrt. Auch wenn wir bei der Taufe kleiner Kinder - verbunden mit dem Segen - darum bitten: eine Versicherung ist das nicht. Aber ja, die Taufe schützt: vor der Ausweglosigkeit meiner selbst gewählten Sackgassen und davor, dass meine Schuld an mir klebt. Das Wasser der Taufe wäscht sie ab - im Moment der Taufe und wann immer ich mich später darauf berufe. Ich werde schuldig - an anderen, an der Schöpfung, an mir selbst; kein Mensch kommt daran vorbei. Aber die Schuld muss nicht an mir kleben bleiben. Meine Schuld wird nicht zur ausweglosen Sackgasse. Und Taufe heißt: Du bist geschützt. Gott nagelt dich nicht fest, im Gegenteil: Gottes Vergebung bietet dir immer wieder neue, offene Türen an. Und als Letztes: Ja, die Taufe schützt. Zu jeder Taufe gehört ein Segen; die Zusage, dass Gott mich begleitet und nicht loslässt. Von solcher Liebe gehalten, bin ich geschützt davor, mich von Gott und aller Welt verlassen zu fühlen - auch in Not und Trauer und auch im Tod. Die Hand, in deren Schutz ich hier und jetzt leben darf, die trägt mich auch durch den Tod. Getauft bin ich auf den Namen Jesu - und der hält mir die Tür auf, ist diesen Weg durch den Tod selbst gegangen. Ja, ich bin geimpft - und das verhindert hoffentlich die eine oder andere Krankheit. Vor allem aber: ich bin getauft. Und die Taufe verhindert nicht nur etwas, sie macht neues und freies Leben möglich. Sie hält mir die Türen offen im Leben und im Tod und sie bietet mir einen Neuanfang, immer wieder. Gott legt mich nicht fest, sondern befreit - das ist die Botschaft der Taufe.

Ihr Sebastian Beutel

Wer klopft da an die Tür - die Ferien (III-2013)

Kaum zu glauben, die Sommerferien stehen vor der Tür. Gefühlt ist der Winter erst seit kurzem vorbei und schon ist Sommer. Für viele von uns verbunden mit Ferien, Urlaub, Erholung und Reisen.

In diesem so kurzen Frühling ging es aber schon gewaltig in unserer Kirchengemeinde zur Sache. Mit dem Frühlingskonzert hatten wir das erste Highlight in diesem Jahr, in dem es unserem Chor mit seinen Partnern gelang, die Zuhörer zu begeistern. Durch die Mitwirkung von Johannes Festerling an Orgel und Akkordeon bekam das Konzert eine besondere Note. Für viele Langelner gab es beim Konzert ein Wiedersehen mit Familie Treblin, die mit Halberstädter Freunden zu diesem freudigen Ereignis angereist waren. Diese wiederum sorgten dafür, dass es unser Konzert bis in die Seiten der Halberstädter Volksstimme geschafft hat.

Zum Pfingstfest feierten wir seit vielen Jahren wieder einen Konfirmationsgottesdienst in Langeln. Acht Konfirmandinnen und ein Konfirmand aus unserem Pfarrbereich wurden eingesegnet, fünf der jungen Damen gehören zu unserer Kirchengemeinde in Langeln. Unsere Marienkirche war erfreut darüber, dass sie mal wieder so viele Gottesdienstbesucher aufnehmen konnte, wie es ihr sonst nur am Heiligen Abend vergönnt ist. Der regionale Jugendgottesdienst mit der Schülerband aus der Grovesmühle in Veckenstedt war leider nicht so gut besucht. Es ist schade, wenn eine gelungene Veranstaltung so wenig Resonanz findet. Zum Glück gab es neben den wenigen Jugendlichen auch einige Junggebliebene, die sich an der Bandmusik auch noch nach dem Gottesdienst erfreuten.

In dem nun vergangenen Frühjahr hat unsere Marienkirche aber auch schon ein wenig Wellness hinter sich. Aus Mitteln der Kirchengemeinde und des Kirchenkreises gelang es, die Sanierung des Mauerwerkes weiterzuführen. Diesmal war der östliche Teil der Südseite des Kirchenschiffes an der Reihe, der versteckt hinter der Sakristei liegt. In einer weiteren Maßnahme haben wir die Pfarrgartenmauer mit ihrem runden Portal saniert, die im Norden an die Kirche stößt. Hier ist es nun allen Passanten wieder möglich, den Bogen ohne Helm zu durchschreiten.

Vom Hochwasser sind wir auf Grund unserer Lage in Langeln verschont geblieben, aber in Gedanken und Gebeten sind wir mit denen verbunden, die es so schwer getroffen hat.

Ich wünsche uns allen einen schönen Sommer, einen erholsamen Urlaub und den Kindern tolle Ferien. Alle Reisenden mögen behütet an ihr Ziel und wieder heim finden.

Hendrik Finger

Auf ein Wort (III-2013)

Liebe Gemeindeglieder!



Sagen Sie mal ehrlich:

Würden Sie sich taufen lassen?



Also mal vorausgesetzt, Sie wären bis jetzt nicht getauft, Ihre Eltern hätten Sie nicht taufen lassen, als Sie klein waren - würden Sie sich dann heute für eine Taufe entscheiden? 

Natürlich: Nicht alle, die das lesen, sind getauft. Vielleicht gibt es bei Ihnen ja auch nur ein evangelisches Familienmitglied. Aber die meisten werden es doch sein - und vermutlich wurden auch davon noch die meisten als kleine Kinder, oft als Säuglinge getauft.

Die Frage freilich könnte sich ja auch denen noch mal stellen, die sich an Ihre Taufe erinnern können, als größere Kinder oder Jugendliche, gar als Erwachsene. Mal ehrlich: Würden Sie sich taufen lassen - heute, jetzt?

Wenn ja - dann würden Sie sich entscheiden dafür, zu einer Kirche zu gehören, zu einer Gemeinschaft von Menschen, die auf Jesus vertrauen, auf seinen Glauben an Gott, auf seine Liebe zu den Menschen.

Aber - muss ich mich taufen lassen, um dazu zu gehören? Kann ich nicht einfach so dazu gehören, als meine eigene, aber nicht so nach außen getragene Entscheidung?

Wenn ich mich taufen lasse, dann entscheide ich mich nicht nur für eine Gemeinschaft mit anderen Menschen, sondern auch für eine Gemeinschaft mit Gott. Ich bin ein Kind Gottes, sagen die einen - oder: Ich habe einen Platz am Tisch Gottes, bin eingeladen, gehöre dorthin oder: Ich habe einen Grund in meinem Leben, auf den ich vertraue und mein Leben hat eine Richtung, ich weiß wie und woraufhin ich leben will. Aber was ist, wenn dieses Vertrauen in den Hintergrund tritt, anderes meinen Alltag prägt, mich ganz andere Fragen beschäftigen oder wenn Zweifel den Glauben überwuchert?

Und: Wenn ich mich denn heute dafür entscheiden würde: Was müsste ich eigentlich wissen von diesem Glauben, um zu wissen, worauf ich mich einlasse? "Kann ich mich auch ‚enttaufen' lassen?", fragte neulich ein Schüler.

Nein, die Taufe kann ich nicht rückgängig machen. Das klingt für uns sehr ungewöhnlich. Wir können sogar Beziehungen lösen, bei denen wir mal versprochen haben, dass wir für immer zusammenbleiben.

Und hier sollte das nicht gehen – wenn ich mich doch verändere, wenn ich es für einen Fehler halte?

Das mag manchen wie eine Drohung klingen - das wirst du nie wieder los, du bist festgelegt. Es kann aber auch eine Verheißung sein: Egal, wie weit du weg gehst, egal, wie lange du weg bist, wann immer du wiederkommst: dein Platz ist immer noch freigehalten für dich.

Es scheint also ernsthaft zu sein, wenn ich mich für die Taufe entscheide – und deshalb soll dies hier auch nur der Auftakt sein für eine ganze Reihe von Gedanken zur Taufe. Es geht weiter in den kommenden Gemeindebriefen - vielleicht ja auch mit Ihren Gedanken und Fragen dazu. 

Über Rückmeldungen würde ich mich jedenfalls freuen.

Ihr Sebastian Beutel

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