Gemeindebrief

Zeit der Fenster und Türchen (IV-2016)

Es ist jetzt drei Jahre her, als unsere Kirchenbaureferentin den Hinweis gab, die Fenster im Kirchenschiff im Zuge der Mauerwerksanierung mit zu erneuern. Wie sollte dies gelingen, bei den ständigen Kosten für die Mauerwerkssanierung? Mit der Denkmalpflege und der Kirchenbaureferentin wurden einige Gespräche geführt, es ging um Fragen der Gestaltung, des Materials und der Farbfassung. Wir durften unseren Tischlermeister Walter Schmidt beauftragen, die ersten neuen Fenster zu bauen, danach sollte entschieden werden, wie es weiter geht. Als dann die ersten Fenster ihren Platz eingenommen hatten, erfolgte die Begutachtung von Kirchenbaureferentin und Denkmalpflege, die richtig begeistert von unseren neuen Kirchenfenstern waren und es gab grünes Licht für den Fortgang der Arbeiten. Ein Fenster nach dem anderen fand nun in unsere Kirche. Kollekten bei Konzerten und Gottesdiensten sowie zahlreiche Spenden machten dies möglich. Da unser Tischler sein Gewerbe abmelden und in den Ruhestand treten möchte, haben wir Gelder aus anderen Töpfen für eine Zwischenfinanzierung genommen, um den Fensterbau zu forcieren. Mittlerweile sind alle Fenster fertiggestellt, wir hoffen aber weiter auf gute Kollekten und Spenden, um die Zwischenfinanzierung zu begleichen.
Wie man sieht ist also nicht nur der Advent die Zeit von Fenstern und Türchen. Mit riesigen Schritten bewegen wir uns aber auf ihn und das Weihnachtsfest zu. Mit einer Hochzeit, dem Tag des Denkmals, einem Benefizkonzert für einen Langelner Spielplatz mit LaBaZi und der Jubelkonfirmation hatten wir im September gleich vier Höhepunkte in unserer Kirche, nicht zu vergessen unser Gemeindefest am 20. August. Es war also ein ereignisreicher Übergang vom Spätsommer in den Herbst. Dieser findet seinen ersten Höhepunkt mit dem Erntedankgottesdienst beim Langelner Erntefest in der Fichte. Es ist das zweite Mal, dass wir gemeinsam mit dem Blasorchester, dem Geflügelverein und dem Verein für historische Landtechnik dieses Fest feiern. In diesem Jahr soll der Umzug bereits um halb zehn starten, so dass unser Gottesdienst gegen 10.00 Uhr beginnen wird. Vierzehntägig feiern wir dann unsere Gottesdienste in der Kirche weiter bis zum Ewigkeitssonntag und eine Woche später beginnt dann der Advent, die andere Zeit der Fenster und Türchen. Mit dem Adventskonzert am 2. Advent haben wir auch da sicher ein besonderes Ereignis. Eine besinnliche Stunde in der Zeit vor Weihnachten, die uns zu Gemüte führt, was Weihnachten eigentlich bedeutet.
Ich wünsche uns allen einen schönen Herbst, eine besinnliche Zeit im Advent und danach eine frohe und gesegnete Weihnacht!
Hendrik Finger

Auf ein Wort (IV-2016)

Liebe Gemeindeglieder!
"Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen liegt in des Himmels Hand." Dieses Lied von Matthias Claudius werden wir singen, wenn wir während des Erntefestes am 9. Oktober unseren Erntdankfest-Gottesdienst in der "Fichte" feiern.
Das Lied erinnert uns daran, dass es - um ernten zu können – unser pflanzen und pflegen ebenso braucht, wie die Gaben Gottes, die wir nicht in der Hand haben. Der Kehrvers bringt es auf den Punkt: Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt ... und hofft auf ihn!
Hermann Claudius, Urenkel von Matthias Claudius, hat eine "Apfel- Kantate" geschrieben, die auf eine fröhliche Weise vom Werden und Wachsen und Ernten singt:
Der Apfel war nicht gleich am Baum.
Da war erst lauter Blüte.
Da war erst lauter Blütenschaum.
Da war erst lauter Frühlingstraum
und lauter Lieb und Güte.
Da waren Blätter grün an grün und
grün an grün nur Blätter.
Die Amsel nach des Tages Mühn,
sie sang ihr Abendlied gar kühn -
und auch bei Regenwetter.
Der Herbst, der macht die Blätter steif.
Der Sommer muß sich packen.
Hei! Daß ich auf dem Finger pfeif.
Da sind die ersten Äpfel reif
und haben rote Backen!
Und haben Backen rund und rot
und hängen da und nicken.
Und sind das lichte Himmelsbrot.
Wir haben unsere liebe Not,
daß wir sie alle pflücken.
Und was bei Sonn und Himmel war,
erquickt nun Mund und Magen.
Und macht die Augen hell und klar.
So rundet sich das Apfeljahr.
Und nichts ist mehr zu sagen.
Und wenn doch noch etwas zu sagen wäre, dann mit den Worten des Urgroßvaters, mit den Worten von Matthias Claudius: Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!
Lassen Sie sich einladen, Erntedank zu feiern: Am 9. Oktober, u.a. mit dem Umzug um 9.30 Uhr, dem Gottesdienst gegen 10.00 Uhr und dem anschließenden Programm.
Ihr Sebastian Beutel

Wo sind die Jahre nur geblieben (III-2016),

oder wie schnell sind sie doch vergangen, die letzten 20 Jahre. Es war 1996 im Herbst, also 7 Jahre nach der Wende oder 6 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands und wir waren zurück in der fast aufgegebenen Kirche.
Viele Jahre durften wir in unserer Marienkirche keine Gottesdienste feiern, das ließ der bauliche Zustand nicht mehr zu. Das Kunstgut war ausgelagert und keine Rettung des Kirchengebäudes in Sicht. Mit der Wiedervereinigung und der gesellschaftlichen Umwälzung und nicht zuletzt der "Westmark" hatte unsere Kirche doch noch eine Chance. Ihre Türen öffneten sich, zunächst aber nur für Bauplaner und Bauleute, die mit den wichtigsten Arbeiten begannen, immer begleitet und unterstützt von zahlreichen Helfern aus der Gemeinde. Da baute Gemeinde an ihrer Kirche und damit auch an sich selbst. Im Spätsommer vor 20 Jahren waren es vor allem unsere Frauen, die eine Baustelle einnahmen, indem sie reinigten und "bewohnbar" machten, was unmöglich schien. Manche schlug die Hände über dem Kopf zusammen, überwältigt von Dreck und Aussichtslosigkeit. Mit der Zeit jedoch überwog die Freude, dass wir unsere Kirche wieder in Betrieb nehmen konnten.
Goldene Zeiten begannen nicht, aber die neue Zeit in unserer Kirche begann mit der Goldenen Konfirmation Ende September. Auch das Erntedankfest bot Gelegenheit zu üben wieder Gottesdienst in der Kirche zu feiern. Vierzehn Tage später folgte dann die offizielle Wiederinbetriebnahme der Kirche. Um 14.00 Uhr war zum Festgottesdienst mit Wiedereinzug in die Marienkirche Langeln eingeladen und viele Menschen überfüllten die Kirche, die ihnen jahrelang verschlossen geblieben war.
In diesem Jahr ist das freudige Ereignis nun 20 Jahre her und wir wollen uns beim diesjährigen Gemeindefest am Samstag, dem 20. August um 14.00 Uhr daran erinnern. Unter dem Motto "Zwanzig Jahre Wiedereinzug" wollen wir in Kirche und Pfarrgarten ein fröhliches Fest feiern und laden alle dazu herzlich ein.
Bevor wir uns zum Gemeindefest versammeln, wünsche ich uns allen erholsame Urlaubs- und Ferientage und einen schönen Sommer, durch den wir behütet spazieren dürfen.
Hendrik Finger

Auf ein Wort (III-2016)

Von allen Seiten umgibst DU mich und hältst DEINE Hand schützend über mir. Psalm 139, 5
Liebe Gemeindeglieder!
Was machen Sie im Urlaub? Oder - wenn er schon vorbei ist: Was haben Sie gemacht? Vielleicht antworten Sie: Einfach mal abschalten! In den letzten Monaten ist so viel auf mich eingestürmt .... Darum: Erst einmal abschalten!" Ich halte das für wichtig und gut. Mir geht es so, dass ich dann überhaupt erst wieder das entdecke, was mich ständig umgibt: meine Familie, die Natur u.ä. All das ist immer da. Aber manchmal ist es wie zugedeckt durch die Eindrücke und Anforderungen, die der Alltag mit sich bringt. Wenn ich den Satz aus Psalm 139 lese, dann wird mir klar: Dem, der das sagte, dem muss es so ähnlich gegangen sein. Der hat sich mal Zeit genommen, tief durchgeatmet und dann staunend gesagt: Von allen Seiten umgibst DU mich undhältst DEINE Hand schützend über mir. "Ist das denn wahr?", mögen Sie vielleicht fragen. "Ist denn in all dem, was mich umgibt, Gott?" Ich meine: Nein. In dem, was mich umgibt, ist nicht Gott. Aber Gott ist so, wie das, was mich umgibt: Eben immer da. Ich merke nur manchmal seine Gegenwart nicht; seine schützende Liebe nehme ich nicht wahr. Gott ist unser aller "Lebenselexier", sagt dieser Satz. Eben so, wie die Luft, die wir atmen, eben selbstverständlich atmen. Wie sehr wir sie brauchen, merken wir erst, wenn sie uns fehlt.
Der Psalmbeter staunt. Er fühlt sich geborgen, weil er erkennt: "Was ich auch tue - Gott ist da. Wo ist auch bin - Gott ist da!" Und der Beweis dafür? Er hat keinen und ich kann Ihnen auch
keinen geben. Ihm sind damals die Augen aufgegangen für Gottes ständige, stille Gegenwart in seinem Leben.
Dass Ihnen und mir die offenen Augen geschenkt werden, wie sie der Psalmbeter hatte, das ist mein Wunsch für Sie und mich.
Ihr Sebastian Beutel

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