Gemeindebrief

Mann, war das ein Fest (IV-2017)

Unser diesjähriges Gemeindefest stand ganz im Zeichen des vor 20 Jahren wiedererstandenen Kirchturms. Passend dazu hatten wir das Fest auf den Tag des offenen Denkmals gelegt. Um 14.00 Uhr erinnerten wir in einer Andacht an den Wiederaufbau des 1987 abgerissenen Kirchturms. Zehn Jahre war unser Turm verschwunden und nun ist er doppelt so lang wieder sichtbar. Am 2. Advent 1997 wurde mit einem Gottesdienst und anschließendem Kirchturmfest in der "Fichte" der Wiederaufbau gefeiert. Nun nach 20 Jahren war die Kirche nicht überfüllt wie damals, aber einige hatten sich auch von weit her nach Langeln aufgemacht. Im Laufe des Nachmittags kamen, dem offenen Kirchturm zu verdanken, noch so manche Gäste zu unserem Gemeindefest. Nach der Andacht war gemeinsames Kaffeetrinken bei herrlichem Wetter im Pfarrhof angesagt und viele besuchten die Ausstellung im Kirchturm. Unsere Feuerwehr hatte auf dem Kirchhof ihre alte Löschtechnik aus dem 19. Jahrhundert präsentiert und manche von uns bekamen sie erstmalig zu sehen. Ein reichhaltiges Programm gab es auch für unsere Kinder. Unter anderem bauten sie aus dafür zurechtgeschnitten Hölzern einen Kirchturm mit angebautem Kirchenschiff. Sogar eine kleine Glocke erklang in dem hölzernen Turm. Gegen 17.00 Uhr waren dann auch die ersten Grillwürstchen fertig und bei einem Lagerfeuer, welches die Kinder in der Feuerschale befeuerten, klang der Tag aus. Ich denke, es war eines der schönsten Gemeindefeste in den letzten Jahren.
Vierzehn Tage später hatten wir mit der Jubelkonfirmation einen nächsten Höhepunkt in unserer Kirche und freuen uns nun auf unser Erntedankfest, das wir zum dritten Mal beim Langelner Erntefest feiern. Gemeinsam mit dem Blasorchester, dem Geflügelverein und dem Verein für historische Landtechnik soll es wieder ein gelungenes Erntefest geben.
Nach diesen vielen herbstlichen Höhepunkten ist bald wieder Zeit für einen besinnlichen Advent. In diesem Jahr laden wir am 2. Advent zu einer Musikalischen Adventsandacht ein. Vorrangig wird unser Chor diese Andacht gestalten. Beginn ist 16.00 Uhr in der Marienkirche Langeln.
Ich blicke dankbar auf unser Gemeindefest zurück, wünsche uns einen goldenen Oktober mit einem schönen Erntedankfest, dass wir gut durch den dunklen November kommen und dann eine besinnliche Zeit des Advents und gesegnete Weihnachten!
Hendrik Finger

Auf ein Wort (IV-2017)

Liebe Gemeindeglieder,
der Oktober wird von zwei besonderen Tagen eingerahmt: Da ist der 1. Oktober - in vielen Gemeinden
wird hier das Erntedankfest begangen (wir in Langeln verschieben das Erntedankfest auf den 8. Oktober, damit es keine Konkurrenz zu dem Fest in Wasserleben gibt) - und der 31. Oktober: 500 Jahre Reformation / Thesenanschlag Martin Luthers – in diesem Jahr tatsächlich Feiertag in allen Bundesländern. Was wäre der wichtigere Anlass, um auf dieser Seite im Gemeindebrief darauf einzugehen? Erntedank- oder Reformationsfest?
Ich will versuchen, beides zu verbinden: mit einem Text von Martin Luther, in dem es auf eine Weise um die vielen "Selbstverständlichkeiten" unseres Lebens geht. Erntedank - das ist die Erinnerung daran, dass wir ausreichend zum Leben haben: nicht nur an Nahrung, sondern auch darüber hinaus. Und das ist allemal Grund zur Dankbarkeit. Martin Luther schreibt als Erklärung zum Glaubensbekenntnis: Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter; mit allem, was Not tut für Leib und Leben, mich reichlich und täglich versorgt: und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn' all mein Verdienst und Würdigkeit; für all das ich ihm zu danken und zu loben schuldig bin. Das ist gewissentlich und wahr.
Die Sprache Luthers ist zugegebenermaßen in manchen Wendungen schon überholt. Ein bisschen altväterlich klingt's schon. Aber im Kern ist es treffend und wahr.
Lassen Sie sich einladen zum Erntedankfest am 8. Oktober in und um die Fichte herum – und natürlich zu unserem Gottesdienst, den wir an diesem Tag in der Fichte feiern werden.
Ihr Sebastian Beutel

Eine andere Art von Dreieinigkeit (III-2017)

Trinitatis, so ist der Name des Sonntags nach Pfingsten. Trinitatis bedeutet Dreieinigkeit und steht für die heilige Dreifaltigkeit von Gott Vater, Jesus Christus und dem Heiligen Geist. In Langeln fiel in diesem Jahr das Schützenfest auf dieses Wochenende und der da noch zukünftige Bürgermeister unserer Gemeinde Nordharz wurde 3 Wochen vor Amtsantritt Schützenkönig. Gottesdienst gab es in Langeln an Trinitatis nicht, aber am Pfingstsonntag konnten wir einen wunderschönen Konfirmationsgottesdienst feiern. Im Juli kommt in diesem Jahr wieder Pfarrer Albrecht zur Urlaubsvertretung in unseren Pfarrbereich. Mit ihm feiern wir zwei Gottesdienste, am Sonntag, dem 9. Juli und am Samstag, dem 22. Juli um 14.00 Uhr einen Taufgottesdienst. Anschließend lädt der Gemeindekirchenrat zum Kirchenkaffee in den Pfarrgarten ganz herzlich ein. Neben den Veranstaltungen der einzelnen Gemeindekreise gibt es im August noch zwei Gottesdienste in unserer Kirche. Bevor wir aber am 24. September mit unserer Jubelkonfirmation in den Herbst starten, werden wir den Sommer mit einem Fest ausklingen lassen. Drei Dinge wollen wir in diesem Fest am 10. September zusammenbringen - eine Art Dreieinigkeit. Wir wollen den Tag des Offenen Denkmals miteinander begehen und dabei unser diesjähriges Gemeindefest feiern. Beginnen wollen wir diesen Tag um 14.00 Uhr in der Kirche mit einer festlichen Andacht in der wir das Jubiläum des 20jährigen Wiederaufbaus unseres Kirchturmes begehen. Zwanzig Jahre steht er nun wieder, der Turm unserer Marienkirche, das ist genau doppelt so lang, wie er nicht wie einst das Ortsbild schon von weitem prägte. Bevor wir uns zu diesem dreieinigen Gemeindefest versammeln, wünsche ich uns allen erholsame Urlaubs- und Ferientage und einen schönen Sommer. Alle, die verreisen, mögen behütet an- und zurückkommen.
Hendrik Finger

Auf ein Wort (III-2017)

Liebe Leser, Am 29. Juni ist der "Tag der Apostel Petrus und Paulus". Dazu folgende Geschichte: "Einst, so heißt es, wollte der Heilige Apostel Paulus mal wieder nach den Menschen sehen auf Erden: ob die Menschenkinder recht die Herrlichkeit des Himmels verkündigt, mehr aber noch interessierte ihn, ob sie auch den Pforten der Hölle gewehrt. Also ging Paulus zu Petrus und sprach davon, so einfach auf Erden zu wandeln. Gut, sprach Petrus, aber nicht allein. Man weiß doch nie. Also nimm den Heiligen Suitbert mit. So gingen die beiden miteinander und kamen an auf Erden. Am Straßenrand saß weinend ein kleines Mädchen. Paulus setzte sich zu ihr, trocknete ihr die Tränen mit seinem schönen weißen weichen Gewand, suchte mit ihr nach einem kleinen silbernen Fingerhut, den sie endlich in einem Gulliloch auch fanden. Einem alten Mann hackte Paulus Holz, einer alten Frau trug er die schwere Tasche, einem gestürzten Jungen verband er das blutige Knie, einem Obdachlosen kochte er Essen ... Am Abend kehrten die beiden etwas abgekämpft in den Himmel zurück. An der Pforte empfing sie Petrus. Sah auf Paulus. Sah auf Suitbert. Sah auf Paulus. Dessen weißes weiches himmlisches Gewand war beschmutzt, eingerissen gar, blutig. Und du, Suitbert, sagte Petrus, warst du nicht mit unterwegs auf der Erde? Dein Gewand ist so weiß und rein, wie zuvor? Ja, sagte Suitbert, ich habe mich nicht eingemischt in die Geschichten auf Erden. Ich wollte meine mir vom Himmel gegebene Reinheit bewahren. Petrus schwieg lange - und beide standen vor ihm. Dann sprach Petrus, langsam, eindrücklich, gut zu hören im Himmel und auf Erden: Du, Paulus, hast dich eingemischt und hast dich dadurch eingeschrieben in die Herzen der Menschen. Deshalb wirst du zwei Tage im Kalender der Heiligen bekommen: den Tag deiner Bekehrung: am 25. Januar. Und - was nicht wenig ist! - einen Tag mit mir, am 29. Juni! "Peter und Paul" wird dieser Tag nunmehr heißen. Und du, Suitbert, weil du deine Reinheit bewahrt hast auf Erden, wirst auch einen Tag im Heiligenkalender bekommen: alle vier Jahre, den 29. Februar. Denn, so sprach Petrus: es ist nicht nur Not, die Herrlichkeit des Himmels zu verkünden auf Erden, nein: den Pforten der Hölle muss auch gewehrt werden - und dabei bleibt es nicht aus, dass man sich hin und wieder schmutzig macht."
 Ihr Sebastian Beutel

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